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Den Kranken verpflichtet

700 Jahre altes Dokument ab Anfang Oktober in der Spitalkirche zu sehen

Auf ein Alter von mehr 700 Jahren kommt das schlichte, mit einer gestochen scharfen Handschrift beschriebene Pergament, das am Montag, 5. Oktober, anlässlich des 20. Jubiläums des Museums Kirche in Franken in die Spitalkirche zurückkehrt. Es ist das älteste noch erhaltene Zeugnis der Stiftung eines Krankensaals samt Kapelle, den Vorgängerbau der Kirche. 

Im Sommer vor acht Jahren zum 700. Jubiläum der Stiftung war die Urkunde, die üblicherweise im Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern verwahrt wird, schon einmal in der Spitalkirche zu sehen. Ab 5. Oktober wird sie für voraussichtlich sechs Wochen erneut dort ausgestellt. Mit ihr bestätigte der damalige Würzburger Bischof Gottfried III. im November 1318 den Windsheimer Bürgerinnen und Bürgern eine Schenkung durch den zwischenzeitlich verstorbenen Konrad Förster. Dieser hatte zu Beginn des 14. Jahrhunderts ein Spital samt anschließender Kapelle gestiftet, um das Leid vieler armer Kranker „mit beklagenswerten Schwächen und anderen behaftet“ zu mildern, wie es in der Urkunde heißt. 

Wie sich das Neben- und Miteinander von Spital und Kapelle zu Beginn gestaltete, zeigt die in der Dauerausstellung des Museums zu sehende Rekonstruktion des Krankensaals. Die Urkunde wird eingebunden in die bis Saisonende verlängerte Jubiläumsausstellung „CARE. Fürsorge im mittelalterlichen Spital“ in der Spitalkirche. Anlässlich von CARE wird zudem noch bis einschließlich Sonntag, 11. Oktober, eine Videoarbeit des amerikanischen Künstlers Bill Viola in der Sakristei der Spitalkirche gezeigt.